Hommage an die Mark

Das verflixte siebte Jahr haben wir unbeschadet gemeistert. Wie ‚es' damals angefangen hat? Regelrecht gekauft hat er mich, mit einem guten (ganz) alten Zehner.
In Windeseile knickten und falteten diese großen starken Hände das Papiergeld. Was dabei herauskam? Ein winziges, blaues Herrenhemd mit weißem Kragen und das erste Kribbeln in der Magengegend. Das nahm ich zum Anlass, nächstes Mal ein bisschen näher an ihn heranzurücken. So ein glatt gebügelter Zwanziger, den ich tagelang mit mir herumtrug, war der beste Vorwand.
Liebevoll entstand mein zweites Minipapierhemd, so akkurat wie zu Großmutters Zeiten gestärkt und es knisterte noch mehr. Ich war sprachlos. Er gab sich alle Mühe, mir die Falttechnik zu erklären, doch ich konnte mich nicht konzentrieren. Ich war viel zu beschäftigt, mir nichts anmerken zu lassen. Es war um mich geschehen.
Wie aus dem Nichts lag plötzlich noch ein grüner Schein auf dem Tisch, ein Fünfer. Er hatte ihn mitgebracht, fein säuberlich und ohne Eselsohr. "Grün ist doch deine Lieblingsfarbe?" fragte er fast beiläufig, dieser hinterhältige Hund. Ich war machtlos. Bis spät in die Nacht saßen wir zusammen und redeten und redeten. Alle Uhren sollten stehen bleiben, wünschte ich mir. Ein bisschen sind sie stehen geblieben. Immer wenn mein Blick auf den Bilderrahmen mit meinen Geldhemdchen fällt, erinnern sie mich an so viele Kleinigkeiten. Nichts ist seit dem verblasst, kein Staub hat angesetzt. Mit lauter kleinen Kniffen hat er mich damals eingewickelt und sorgsam in jedem Schein ein Wort verpackt:

Ich liebe Dich.

Hasse mal 'ne Mack?

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